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Animierte Schriften

Wozu werden animierte Schriften verwendet?

  • Zur Vermittlung von Informationen
  • Zur aktiven Steuerung des Leseflusses
  • Zur Erregung von Aufmerksamkeit
  • Zur Unterhaltung des Betrachters durch Vermittlung von Emotionen

Vorteile animierter Schriften

Die primäre Funktion von Schriften ist die Vermittlung von Informationen. Im Gegensatz zu statischen Schriften, welche auf Medien mit limitiertem Platzangebot präsentiert werden, profitieren animierte Schriften von der Zeit als weiterer Dimension. In zeitlicher Abfolge nacheinander präsentiert, lassen sich deutlich mehr Informationen auf geringer Fläche unterbringen, ohne unübersichtlich oder unleserlich zu werden. (Beispiel: Der Nachrichtenticker im Fernsehen)

Anforderungen an animierte Schriften in Abstimmung auf den Betrachter:

  1. Betrachter als Beobachter: Werden Schriftanimationen in der Unterhaltung eingesetzt, ist der Betrachter lediglich Beobachter. Die Leserlichkeit der Buchstaben oder die Vermittlung von Informationen ist hier sekundär – der Beobachter nimmt lediglich die Gestalt wahr, welche durch Veränderung von Schriftgröße, Position, Farbe oder Form eine Geschichte erzählt.
  2. Betrachter als Leser: Bei der Vermittlung von Informationen nimmt der Betrachter die klassische Leserolle ein. Schlechte Animationen erschweren es dem Leser, Informationen ähnlich gut wie bei statischen Medien zu extrahieren. Hier ist es wichtig, erkennbare Zusammenhänge zwischen Buchstaben und Wörtern zu schaffen.
  3. Betrachter als Interakteur: Eine gesteigerte Form der Unterhaltung ist jene, die den Betrachter als Interakteur in die Animation mit einbezieht. Er steuert aktiv den Ablauf, Buchstaben reagieren auf seine Handlung. Im Gegenzug wird seine Aufmerksamkeit auch gezielt auf Textelemente gelenkt (beispielsweise durch blinkenden Text).

Regeln für die Schriftanimation

  1. Auswahl der Schriftart: Durch die Ausgabe auf pixelbasierten Ausgabemedien steht eine geringere Auflösung zur Verfügung als im Druck. Serifenschriften oder Schriften mit feinen Formen und Details wie Schreibschriften/kursive Schriftschnitte wirken in kleinen Schriftgrößen unscharf und beeinträchtigen die Lesbarkeit.
  2. Auswahl der Geschwindigkeit: Die Leserlichkeit von animierten Schriften wird besonders über die Geschwindigkeit beeinflusst, denn je nach individuellen Fähigkeiten kann der Leser nur eine bestimmte Wortanzahl pro Zeiteinheit wahrnehmen. Die Richtgröße bei Abspannsequenzen ist 7-10 Sekunden von Erscheinen bis Verschwinden eines Wortes.
  3. Auswahl des Bildbereiches: Bei unterschiedlichen Ausgabegeräten können bauartbedingt Randbereiche des dargestellten Bildes fehlen. Bei der Erstellung von Animationen wird daher zwischen zwei Bereichen, der Action-Safe- und der Title-Safe-Area unterschieden. Die Action-Safe-Area ist ca. 5% kleiner als der gesamte Bildbereich. Bildinformationen können hier dargestellt werden, da ein leicht abgeschnittenes Bild in der Regel nicht wahrgenommen wird. Für den Leser relevante Informationen werden in die Title-Safe-Area platziert, welche etwa 10% kleiner ist als der Bildbereich. Dieser Bereich ist mit hoher Sicherheit unabhängig vom Ausgabegerät voll einsehbar.

Abbildung: Auswahl des Bildbereichs.

Einsatzgebiete von animierten Schriften

  1. Film: Zahlreiche Filme beginnen mit einem Vorspann, welcher reine Schrift beinhalten, oder auch als Schrift-Bild-Mischung bis hin zu komplexen Animationen aufgebaut sein kann. Eher simple Effekte sind bei Untertiteln zu finden, welche der reinen Informationsvermittlung dienen.
  2. Internet: Typographische Animationen werden hier in der Regel zu Werbezwecken eingesetzt, indem die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das jeweilige Werbebanner gelenkt wird. Sie finden ebenfalls Anwendung in interaktiven Applikationen, wo gezielt Hinweistexte erscheinen, oder Texte sich bei Interaktion verändern. Realisiert werden animierte Schriften hier im Allgemeinen über GIF-Grafiken, Flash-Animationen oder über JavaScript-Methoden.
  3. Präsentation: Präsentationssoftware bietet die Möglichkeit, Textpassagen durch Animationen zu gestalten. Leider führt das Überangebot an Möglichkeiten oft zu mit Animationen überladenen Präsentationen, in denen die Information hinter der Animation zurückbleibt.

Quellen

Bellantoni, Jeff und Woolman, M. (Moving Type, 2000): Moving Type. RotoVision, 2000.

Ehrenhauser, S. (TypoAnimation, 2007): Typrografische Animation – Schrift in Bewegung: Analyse der durch Kinetik hervorgerufenen Veränderunen im Vergleich zur statischen Typografie. Diplomarbeit, Fachhochschule Hagenberg, Digitale Medien, September 2007.

Infos

Wohnzimmer

  1. 1 Typografie im Web
  2. 2 Animierte Schriften
  3. 3 Bilder aus Schriften
  4. 4 Typografie im öffentlichen Raum
  5. 5 Typografie in der Werbung
  6. 6 Logos und Markenschriften

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