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Typografie in der Werbung

Jede Werbung hat eine Aussage und diese wird für den Leser nur eindeutig, wenn sie in Wort und Schrift gefasst wird. Egal ob Online-Medium oder Print, für die Mediengestaltung ist es eine Herausforderung aus einer Fülle von ungefähr 10.000 existierenden Schriften, den passenden Schrifttyp auszuwählen.

Der Claim

Der Claim oder häufig auch Slogan genannt, dient einer Marke, um ihre Positionierung oder ihr Versprechen zu kommunizieren. Meistens ist der Claim ein mit dem Markennamen verbundener Teilsatz oder Satz und steht in Verbindung zu dem Logo.

Schriftcharakter

Jede Schrift hat ihren eigenen Charakter. Es ist in der Werbung wichtig herauszufinden, welche Stimmung man mit der Schriftart transportieren möchte und diese gekonnt einzusetzen.

Die Schriftart Comic Sans wirkt zum Beispiel sehr kindlich und verspielt. Diese Schriftart würde bspw. für eine Anzeige eines Spielzeugherstellers passen.

Die Schriftart Impact wirkt sehr schwer, dominant und hart. Somit würde sie möglicherweise für eine Werbung einer Stahlbetonbau Firma eingesetzt werden können.

Die Schriftart Bodoni steht für die Charaktereigenschaften elegant, harmonisch und traditionell. Mit dieser Schriftart könnte man Werbung für Schmuck, Antiquitäten oder Rechtsanwälte gestalten.

Schriftfarbe

Mit der Schriftfarbe kann man Textelementen eine bestimmte Stimmung oder Dominanz zuordnen. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass jede Farbe eine andere Stimmung oder Eigenschaft widerspiegelt. Warme Farbtöne (Rot- und Orangetöne) treten immer in den Vordergrund und beanspruchen Aufmerksamkeit. Rot ist deshalb auch als die Signalfarbe bekannt und sollte sehr dezent eingesetzt werden. Kühle Farben (Blau- und Grüntöne) können hingegen größere Flächen einnehmen, da sie eher unauffällig sind und Eleganz und Ruhe ausstrahlen.

Schriftdicke, -struktur und -form können auch Farbe erzeugen. Ein Text mit hoher Schriftdicke und geringem Wortabstand wirkt sehr dominat und hat die gleichen Eigenschaften wie die Farbe rot. Ein Text mit dünner Schrift mit großen Buchstaben und Zeilenabständen wirkt wie eine helle Farbe. Um Dynamik in die Textelemente zu bringen, ist es also wichtig mit den Farben und Schriftdicken Kontraste zu erzeugen. Dies erleichtert die Lesbarkeit und verschafft Struktur und Akzent.

Abbildung: Möglichkeiten der Kontrasterzeugung.

Checkliste

Abschließend folgt eine kurze Checkliste, welche wichtige Punkte beinhaltet, die man bei der Typografie in der Werbung befolgen sollte:

  • Typografie gestalterisch sehen, wie alle anderen grafischen Elemente
  • Visuelles Gewicht der Schrift gegenüber anderen Elementen abwägen
  • Beachtung der formalen Qualität: Lesbarkeit, Zeilenabstand, Buchstabenabstand
  • Passt der Schriftcharakter zu Thema, Botschaft und Zielgruppe?
  • Weisen die verschiedenen Schriftkombinationen Kontrast auf und keine Übereinstimmung oder Widerspruch?
  • Wird bei flüchtiger Betrachtung die Kernaussage klar?
  • Durchgängig einheitliche Struktur darstellen
  • Trotz gestalterischer Sichtweise – am Schluss den Text auf Rechtschreibung und Grammatik prüfen.

Quellen

Barowski, M.: TextGestaltung, Berlin, 2003, 2. Auflage

Fries, C.: Mediengestaltung, Leipzig, 2003

Nohl, M.: Workshop Typografie & Printdesign, Heidelberg, 2007

Williams, R.: Design & Typografie, Munchen, 2008

Infos

Wohnzimmer

  1. 1 Typografie im Web
  2. 2 Animierte Schriften
  3. 3 Bilder aus Schriften
  4. 4 Typografie im öffentlichen Raum
  5. 5 Typografie in der Werbung
  6. 6 Logos und Markenschriften

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